|
Rückblick: Das Deutsch-Polnische Colloquium 2008. Polen zwischen Deutschland und Russland. |
27. - 29. März 2009
Colloquium sowie öffentliches Podiumsgespräch am 28. März 2009 um 18:00 Uhr Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland wird von Polen mit wachsamem Misstrauen verfolgt, denn wann immer das Land zwischen die Fronten der beiden Staaten geriet, war sein Schicksal besiegelt. Dies war bei den beiden Teilungen ebenso, wie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Diese Erfahrungen haben ein polnisches Trauma verursacht, mit dem sowohl die Deutschen als auch die Russen noch heute rechnen müssen - zum Beispiel, wenn das Verhältnis zwischen einem deutschen Bundeskanzler und einem russischen Präsidenten so freundschaftlich eng ist, dass es aus polnischer Sicht nur eine Frage der Zeit sein kann, dass sich dies zum Nachteil Polens entwickelt. Die von Gerhard Schröder und Wladimir Putin ausgehandelte Ostsee-Pipeline wurde als Angriff auf zentrale polnische energiepolitische Interessen empfunden und hat das polnische Misstrauen nur einmal mehr bestärkt, zumal Polen nicht einmal konsultiert wurde. Polen sucht Schutz vor den mächtigen Nachbarn westlich und östlich seiner Grenzen: Bei der NATO, der EU und insbesondere auch bei den USA. So ist beispielsweise eine energiepolitische Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten untereinander nur rudimentär vorhanden. Im Zweifelsfall verhält es sich vielmehr so, dass die einzelnen EU-Mitgliedstaaten versuchen, ihre energiepolitischen Interessen bilateral mit Russland abzusichern. Die Energiepolitik ist nur ein wichtiges Feld, das die schwierigen Beziehungen zwischen Deutschland, Polen und Russland kennzeichnet, weitere kommen hinzu. Mit dem Colloquium wurden die unterschiedlichen Interessenlagen und die daraus resultierende Politikpraktiken der drei Staaten Deutschland, Polen und Russland analysiert. Insbesondere stand die mentale Lage der Polen im Mittelpunkt der Debatten. So wurden die Ursachen ihrer von vielen als völlig überzogen gehaltenen Empfindlichkeiten, Ängsten und Anklagen ergründet und anschließend darüber nachgedacht, welche Konsequenzen dies für die deutsch-polnisch-russischen Beziehungen haben kann.
Gefördert aus Mitteln der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit
der Marion Dönhoff Stiftung
und dem Land Sachsen
|