Das ost-west-forum
 
Über das ost-west-forum

Auszeichnung für das ost-west-forum


Am 3. 05. 2010 ehrte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuz das ost-west-forum. 



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Axel Schmidt-Gödelitz nahm den hohen Orden stellvertretend für sein gesamtes Team entgegen.
Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ist nicht nur eine Anerkennung für das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitstreiter des Vereines, sondern auch eine Motivation, sich weiterhin für das Ziel des Vereines, die Bewahrung des sozialen, demokratischen Rechtsstaates unter den Bedingungen der Globalisierung, tatkräftig einzusetzen.


Zielsetzung des ost-west-forum

 

Nach Jahrzehnten der Trennung ist uns die deutsche Einheit fast wie ein Geschenk der Geschichte zugefallen. In den Jahren nach dem Umbruch 1989/90 wurde viel geleistet, der Transfer gewaltiger Geldsummen und der Einsatz Ost- und Westdeutscher hat die Infrastruktur Ostdeutschlands in wenigen Jahren in die einer modernen Industrienation verwandelt. Traditionsreiche Städte mit alter Baukultur wurden vor dem endgültigen Zerfall bewahrt. Der materielle Wohlstand der ostdeutschen Bevölkerung insgesamt hat sich wesentlich verbessert.


Niemand sollte dies gering schätzen. Wir sollten uns aber bewusst sein, dass sich die Menschen in Ost und West weitgehend fremd geblieben sind. Das Empfinden, gleichberechtigt in einer gemeinsamen Nation zu leben, hat sich in Ostdeutschland bei sehr vielen Menschen noch nicht eingestellt. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen Ost und West wird eher wieder breiter. Umfragen besagen, dass sich über 70% der Ostdeutschen als Deutsche Zweiter Klasse empfinden.
Wir wollen, dass sich die Menschen in Ost und West näher kommen, dass sie mehr voneinander wissen.

Aus diesem Grund haben wir 1998 das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V. als überparteilichen Verein gegründet.

Wir wollen erreichen, dass die Menschen aus beiden nun vereinten Teilen Deutschlands besser informiert sind über die jeweils andere Gesellschaft, die sie sozialisiert und geprägt hat. Über ihre persönliche Geschichte, durch Berichte über die ganz anders gearteten Lebenswelten wollen wir Neugierde wecken, Kenntnisse vermitteln und Verständnis für das Andere, das Fremde – vielleicht auch für das Befremdliche fordern und Toleranz einüben.

Darüber hinaus wollen wir den Versuch unternehmen, Menschen aus ihrer persönlichen und politischen Lethargie herauszuholen; sie zu motivieren, sich einzumischen, mitzugestalten und Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Gemeinsinn und Zivilcourage wollen wir fördern.

Eine Voraussetzung dafür ist das Nachdenken über unser Menschenbild und die diesem Bild gemäße Gesellschaft. Was sind die Grundwerte, die wir unbedingt verteidigen müssen? Ist uns bewusst, dass wir diese nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern sie auch in unserem Alltag leben müssen?

Was sollte getan werden, um einerseits wirtschaftliche Prosperität, andererseits eine gerechte, nach innen und außen friedensfähige Gesellschaft zu schaffen?

Die arbeitsreichen Jahre nach 1998 haben uns gelehrt: Der Blick zurück genügt nicht. Ost- und Westdeutsche hatten zwar eine getrennte Geschichte, jetzt aber gilt es, die gemeinsame Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Dafür müssen wir unseren Blick weiten auf die globalen Prozesse von Wirtschaft und Politik, die wiederum Rückwirkungen auf unsere Leben im engeren nationalen Rahmen haben. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns mit Themen, die weit über die Probleme der inneren Einigung Deutschlands hinaus gehen.
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